Die 80/20-Erfolgsregel im Studium

oder

Wie nutze ich den Hebeleffekt für mein Studium erfolgreich aus?

Heute stoßen wir zum Kern des Effektivitäts- und Effizienzgedankens vor: Das Pareto-Prinzip oder landläufig auch die 80/20-Erfolgsregel genannt.

Viele Studis werden in Gedanken an ihre Statistik-Vorlesungen nun die Hände vor dem Kopf zusammenschlagen. Aber keine Angst, wir tauchen nicht in die statistischen Untiefen ab, vielmehr wollen wir den Kern der 80/20-Regel auf den studentischen Alltag erfolgreich übertragen.

Das Pareto-Prinzip geht auf den italienischen Professor für politische Ökonomie Vilfredo Pareto (1848-1929) zurück, der in seinen wissenschaftlichen Studien erkannte, dass in vielen Märkten auf der Welt ein Großteil der Aktivitäten (80%) auf einen Bruchteil der Akteure (20%) entfällt. Die Pareto-Verteilung stellt folglich den Zusammenhang zwischen Aufwand/Ergebnis bzw. zwischen Ursache/Wirkung dar.

Das Schaubild verdeutlicht noch einmal grafisch die Relation, die sich in viele Lebensbereiche 1:1 – auch in den studentischen Alltag – übertragen lässt:

Halten wir fest und übertragen es auf den kritischen Studentenfaktor Zeit:

80% der Ergebnisse fallen auf 20% der Zeit!

Umgekehrt formuliert – und so bekommt die Botschaft dramatischere Züge – bedeutet dies, dass 80% der eingesetzten Mittel (sprich: Zeit)  lediglich 20% Wert schaffen, d.h. es wird eine Menge an Ressourcen, Nerven, Energie oder Arbeitszeiten sinnlos für Nebensächlichkeiten verbraten.

… für uns Studis trifft dieses Missverhältnis typischerweise in einem sehr hohen Maße zu – so will ich behaupten! ;-)

Wie oft ertappt man sich bei Dingen, die keinen entscheidenden Beitrag zum anvisierten Ergebnisse liefern. Nebenschauplätze, auf denen man sich unnötig aufreibt und das große Ganze (zeitlich) aus den Augen verliert. Sei es nun bei der Literaturrecherche des hinterletzten Artikels, beim Formatieren der Seminararbeit, beim unsystematischen (Wiederholungs-)Lesen von Randthemen, bei Kopieraktionen, … hier sind die klassischen Ablenkungen noch gar nicht mit berücksichtigt.

Dabei ist das Studi-Ziel klar fixiert: Wie erreiche ich die beste Note (egal ob als Minimalist oder Maximalist)?

Der Kerngedanke der 80/20-Erfolgsregel lässt sich auf eine zentrale Frage verdichten: Welche Tätigkeiten haben den höchsten Wirkungsgrad?

Hierbei gelangen wir an das eigentliche Problem der 80/20-Erfolgsregel: Wie lassen sich die wirkungsvollsten „80%-Tätigkeiten“ identifizieren? Hierzu gibt es verschiedene Vorgehensweisen bzw. Ansatzpunkte. Direkte Ansatzpunkte könnten bspw. sein:

Klausuren-/Themenrelevanz
Wie oft hält man sich an – relativ gesehen – unbedeutenden Randthemen auf, um nicht sofort an’s komplexe Eingemachte zu müssen. Meist wird nur das schlechte Gewissen beruhigt, sonst gar nichts.
TIPP >>> Zentrale Prüfungen/Themen identifizieren (bspw. über Skript, Klausurensammlung) und zügig einen Lernschwerpunkt setzen!

Verständlichkeit
Je nach Komplexitätsgrad des Stoffgebietes sind inhaltliche Zwischenschritte (Meilensteinen) für die Verständlichkeit sinnvoll und notwendig. Insbesondere dann, wenn die Inhalte direkt aufeinander aufbauen.
TIPP >>>Verständnis-Meilensteine vor dem Hintergrund des Wirkungsgrades sinnvoll setzen!

Lernkontrolle
Prinzipiell ist jede Art von Studieren einer Lernkontrolle zu unterziehen. Bei den meisten Studis läuft dies indirekt ab, in dem an erfolgreichen Lernmustern einfach festgehalten wird. 
TIPP >>>
Analysiere fortlaufend Deinen Lernerfolg (Aufwand vs. Nutzen) und teste im Laufe des Studiums unterschiedliche Lerntechniken aus!

Persönliche Stärken
Persönliche (Lern-)Stärken tragen meist überproportional zum Erfolg im Studium bei. Welches sind deine Stärken? Was fällt dir besonders leicht? Was machst du gerne? Lernst du bspw. gerne auswendig, lernst du automatisch Strukturen mit, lernst du lieber über Schaubilder oder über Mind Mapping?
TIPP >>>
Setze auf Deine Stärken und baue sie weiter aus!

Erfahrungen
Während der Studienzeit werden unterschiedliche persönliche Lern-Erfahrungen gemacht. Teste unterschiedliche Lernparameter, wie bspw. Lerntechniken, Lernformen, Lernzeit, Rahmenbedingungen, Lernrhythmen, … auch bei Doppel- oder Mehrfachbelastungen! Halte deine Erfahrungen am besten schriftlich fest. Wichtig ist, dass du als Studi die Fähigkeit aufbaust, dein eignes Lernen auf der Basis deines persönlichen Leistungsvermögens und Leistungsstands realistisch zu beurteilen.
TIPP >>> Reflektiere die gemachten Erfahrungen und ziehe Konsequenzen für die nächsten Lernphasen!

Über diese Vorgehensweise können sehr leicht die Aktivitäten identifiziert werden, die keinen oder nur den „20%igen“-Mehrwert zum Ergebnis beitragen. Ich persönlich habe Stunden „dazu gewonnen“, als ich angefangen habe die Wirkung meiner (unzähligen) Aktivitäten zu hinterfragen.

Ein Beispiel aus meiner Studienzeit:
Ich habe stundenlang in Artikeln und Büchern gelesen ohne Markierungen oder Notizen zu machen! Das war die TOTALE Zeitverschwendung! Das einzig Positive war, dass mein Gewissen beruhigt war -  schließlich habe ich “studiert”!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du ähnliche Beispiele/Situationen in deinem Studium findest.

Verinnerliche:

Die 80/20-Denke bedeutet Konzentration auf das Wesentliche im Studium!

Das soll’s für heute gewesen sein – reicht aber auch! Vielleicht kanntest du schon die 80/20-Regel. Das WICHTIGSTE ist jedoch, dass du die Regel nun auch in deinem Studium anwendest. DO IT!

Im nächsten Blogartikel verraten wir dir den absoluten Erfolgsbeschleuniger, mit dem du in Kombination mit der 80/20-Regel so richtig DURCHSTARTEN kannst im Studium!

Sei gespannt, bis bald,
Alex

PS: Schreibe uns einen Kommentar: Wo hast du die größten Probleme? Verzettelst du dich auch gerne? Wie kommst du mit dem Problem klar? …

 

Kommentare: 5

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[...] Im letzten Blogartikel haben wir mit der 80/20-Erfolgsformel aufgezeigt, wie wichtig es ist, den erfolgswirksamsten Aufgaben die größte Aufmerksamkeit zu schenken – denn wissenschaftliche Studien bestätigt, dass nur 20% unser Energie/Zeit für 80% unserer Ergebnisse verantwortlich ist. Der Rest (80%) ist reine Zeitverschwendung. Hier geht’s zur 80/20-Erfolgsformel im Studium. [...]

 

klar ist das Studi-Ziel bzw. der Fokus auf “Wie erreiche ich die beste Note?”
aber ist das allein nicht etwas kurz gedacht?
“wie erreiche ich entspannt und motiviert die beste Note?” fände ich schon besser.
wichtig sind aber auch Interesse am Fach und eine Ausbildung, die eine gute Grundlage für die berufliche Karriere bildet (also das ‘Richtige’ zu lernen)
Verstehen Sie mich nicht falsch. ich mag diesen Blog!

 

Hallo!
Mein größtest Problem ist, dass ich mir abends immer vornehme, am nächsten Tag voll durchzustarten und dann lasse ich mich von ALLEM ablenken. Ich schaffe es nicht mich hinzusetzen und konzentriert die Sachen, die ich zu tun habe durchzuziehen.

 

Hallo Micha,
besten Dank für deinen Kommentar.

Ich kann dich beruhigen, mit diesem Phänomen kämpfen eigentlich alle Studenten und nicht nur die …

In deinem Falle würde ich vorschlagen, dass du dir einfach etwas weniger vornimmst oder die Aufgaben in kleine, verdaubare(re) Häppchen zerlegst. Dadurch steigt die Motivation, es fällt dir leichter an den Schreibtisch zu setzen und du wirst schneller Erfolge feiern können, die dich weiter anspornen. Wichtig ist nur, dass du beginnst … und zwar … in kleinen Schritten, die du dann Schritt-für-Schritt vergrößern kannst.

WICHTIG: Notiere dir deine Aufgaben schriftlich und stelle einen Lernplan auf (inkl. Pausen). Wir werden das Thema bei studiinside noch ein paar Mal aufgreifen!

Viel Erfolg und wenn du Fragen hast, bitte melde dich wieder,
Alex

PS: Übrigens, der Erfolg stellt sich natürlich nicht von heute auf morgen ein, denn du musst deine Gewohnheiten ändern, das braucht etwas mehr Zeit ;-) Aber es geht: DO IT!

 

Hallo Frau Prof. Klenke,

herzlichen Dank für Ihren Kommentar sowie die Ergänzungen. Ich denke auch, dass die Faktoren auf jeden Fall zusammen gehören. Das Ziel sollte “die besten Noten” sein und auch über den “Weg” dorthin sollte man sich Gedanken machen. Das ist unser Motto von studiinside: Effektiv und effizient studieren!

Das Interesse und somit die Motivation sollte immer die Grundlage im Studium bilden. Das ist der Schlüssel zum Erfolg im Studium. Daher bin ich auch kein Freund von Entscheidungen für ein Studium bzw. im Studium, die ausschließlich nach äußeren Faktoren getroffen werden, wie bspw. die aktuelle Marktlage, Gehaltsniveau, Freunde oder die Chance auf bessere Noten! Viel wichtiger ist, dass man Interesse für den Studiengang sowie die Vorlesungen mitbringt. Andererseits ist natürlich auch klar, dass man im Studium nicht alles “liebt” ;-)

Entspannt und motiviert lässt sich vor allem dann studieren, wenn man sich auf die 20% der Aufgaben konzentriert, die für 80% der Erfolge verantwortlich sind. Daher ist es sehr wichtig, die Studienzeit effektiv und effizient einzusetzen. Schließlich bietet das Studium viel Ablenkungspotenzial … das ebenfalls sehr wichtig ist. Aber alles zu seiner Zeit ;-)

Viele Grüße
Alex

 

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