Studi-Erfolgsplan: Erfolgreicher mit konkreten Zielen! (Teil 1)

Als Assi erlebt man regelmäßig in den Sprechstunden, dass Studenten ohne Weitblick, ohne Struktur, ohne Durchblick …  aber zumeist „mit Schaum vor dem Mund“ und jede Menge Ausreden auftreten:

  • „Hätte ich nur gewusst, dass …“
  • „Wie soll ich das wissen….“
  • „Warum hat man mir das nicht gesagt …“
  • „Ach, hätte ich nur …“

Und Schuldige sind auch gleich gefunden: Der schwierige Stoff, der verständnislose Prof oder der „dumme“ Assi. Durch dieses Gefühlsbad geht wohl jeder Studi während seiner „Hochschullaufbahn“.

Ich war da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil! Was habe ich anfangs auf die Lehrstühle geschimpft … Reines Ablenkungsmanöver vom eigenen Unvermögen!

Wie ergeht es Dir?

Letztlich hat’s nicht viel gebracht. Klar, einen Sündenbock hatte ich und die Probleme hatte ich auch weiterhin. Und wer trägt die Verantwortung? Die trägt jeder Studi für sich allein – zu 100%! Oder glaubst Du, dass die Ausreden einen Personaler im Bewerbungsgespräch interessieren?

„Wer nicht weiß,
welchen Hafen er ansteuert,
für den ist kein Wind der richtige.“
(Seneca)

Halte Deinen Kurs: Der Erfolgsplan des Studiums!

Das A und O im Studium ist ein Plan – ein Kompass für den schönsten und zugleich herausfordernsten Lebensabschnitt im Leben. Wenn Du Dein Ziel nicht kennst, wirst Du auch den richtigen Weg nicht finden. Nicht umsonst ist die mangelnde Planung die unumstrittene Todsünde # 1 in unserem Sonderreport (erinnerst Du Dich?).

Wie stellst Du das Problem ab?
Zunächst musst Du Dir im Voraus Gedanken machen, was Du in und mit Deinem Studium erreichen möchtest. Mit der Wahl des Studienganges hast Du Dich für eine Fachrichtung bereits festgelegt. Nun geht es darum, Ziele zu formulieren sowie die Aktivitäten Schritt-für-Schritt zu konkretisieren – sowohl in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht. Hierzu stellen wir Dir unseren bewährten 4-stufigen Erfolgsplan vor:

Studi-Erfolgsplan

Die Basis: Der Studi-Erfolgsplan

Auf dieser 1. Ebene gilt es die grundlegenden Ziele für diesen wichtigen Lebensabschnitt festzulegen:

  • Was möchte ich in meinem Studium erreichen?
  • Bis wann möchte ich ungefähr abschließen?
  • Welche Vertiefungsrichtungen möchte ich belegen?
  • Wie viele Praktika möchte ich in welchen Bereichen absolvieren?
  • Möchte ich ins Ausland?
  • Wie finanziere ich mein Studium?

Auf dieser Ebene sind die Ziele naturgemäß sehr vage, wenig konkret und geben zwangsläufig große Gestaltungsspielräume. Das ist aber DAS Ziel des Studi-EP. Du machst Dir Gedanken über die groben Eckpfeiler Deines Studiums. Korrekturen und Anpassungen sind jederzeit möglich und auch notwendig!

2. Ebene: Der Semester-Erfolgsplan (SEP)

Nun gilt es die fundamentalen Ziele auf die einzelnen Semester zu übertragen und für die Umsetzung zu konkretisieren. Jetzt beginnt die konkrete Zeit-Inhalts-Planung. D.h. nun rücken verstärkt Vorlaufszeiten, Lernzeiten, Pufferzeiten in den Vordergrund. Bsp.:

  • Welche Prüfungen lege ich in dem Semester ab?
  • Wie viele Prüfungen lege ich ab?
  • Wann sind die Prüfungen?
  • Wo muss ich mich bis wann anmelden?
  • Welche Lernunterlagen benötige ich?
3. Ebene: Der Wochen-Erfolgsplan (WEP)

Aus dem Semester-EP lassen sich nun leichter die Wochenziele ableiten. Ziel ist es, die 4 bis 6 Monatsziele in verdaubare Wochenziele zu übersetzen. Wir verzichten hier bewusst auf eine Monatsplanung, da man sich auch „zu Tode planen“ kann. Wichtig ist nun, dass Du für jede(s) Fach/Aktivität/Prüfung einzelne Zwischenziele auf Tagesbasis konkret festlegst. Also:

  • Welche Inhalte muss ich bis wann gelernt haben?
  • Welche Lernunterlagen sind notwendig?
  • Halte ich die Planvorgaben ein?
4. Ebene: Der Tages-Erfolgsplan (TEP)

Die letzte Ebene formuliert die Tagesziele und legt die einzelnen Lern- und Aktivitätsziele für die unterschiedlichen Tageszeitspannen konkret fest.

  • Was muss ich von 9-10.30 h lernen/ledigen?
  • Wann kann ich am besten lernen (Biorhythmus)?
  • Sind die Rahmenbedingungen optimal?
  • Wie lege ich die Pause/Entspannungszeiten

Die einzelnen Planungsebenen bauen aufeinander auf und konkretisieren die Ziele der vorangegangen Ebenen. So stellst Du sicher, dass kein Ziel verdrängt, unzureichend bearbeitet oder etwa ganz vergessen wird.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen/Studenten mit konkreten Zielen erfolgreicher sind als solche, die keine Ziele formuliert haben.

Das Studium ist nicht alles!

Spannungsfeld Studium - Freizeit - Beruf

Das Studium stellt einen wichtigen, entwicklungsprägenden Lebensabschnitt dar, deshalb solltest Du neben dem Bereich „Studium“ auch die Bereiche „Freizeit“ sowie „Beruf“ in Deine Überlegungen unbedingt mit integrieren – schließlich ist das Studium nicht nur zum Büffeln da ;-) .

Erweitere Deine Ziele um die beiden Bereiche:

  • Welche Ziele möchte ich in meiner Freizeit während des Studiums verfolgen?
    à Sport treiben, Joga erlernen, Töpfern …
  • Welche Ziele möchte ich im Hinblick auf mein späteres Berufsfeld während des Studiums verfolgen?  à Vorträge, Besichtigungen, Interviews …
Do it:
Sei erfolgreicher mit konkreten Studi-Zielen!


Schreibe uns einen Kommentar:
Welche Erfahrungen hast Du mit Zielen gemacht? Welche Ziele hast Du Dir gesetzt? Welchen Erfolg hast Du damit erzielt? Schreib uns einen kurzen (oder auch langen;-) Kommentar, wir sind gespannt!

Beim nächsten Posting zeigen wir Dir, wie Du den Effekt noch potenzieren kannst! Getreu dem studiinside-Motto: Minimale Arbeit – maximale Wirkung!

Viel (Ziel-)Erfolg,
Alex

PS: Nicht vergessen: Schreib uns Deine Erfahrungen!

 

Kommentare: 10

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Prüfungsordnung lesen hilft auch, meiner Erfahrung nach lassen sich viele Probleme im Studium vermeiden wenn man die Regeln kennt ;)

 

Hi,
entsprechend deinem Seneca-Zitat würd ich auch sagen, dass das Entscheidende die Ziele im Zwecke im Leben sind – und nicht die Planung (es bläst eh der Wind muahaha). Die Planung hilft mir zwar dabei aufzudecken, inwiefern “das” (bei mir Studium, ansonsten: Zeit vertrödeln etc) mal gar nicht zu meinen Zielen beiträgt.. von daher ist sie nützlich zum Sich-bewusst-Werden, jawohl – aber, meine Lieben, Planung ist, bitte bitte, für mich kein Zweck an sich..so, das wollte ich mal loswerden :-)
PS: im Nachhinein hatte man sein Leben dann natürlich immer geplant, ne.. haha!

 

Hallo shari,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast absolut Recht, wenn Du schreibst, dass Planung kein Selbstzweck sein darf. Die Planung zeigt lediglich auf, welchen Weg Du gehen musst, um Deine Ziele zu erreichen. Ganz einfach und doch so schwierig.

Lass mich noch ein typisches Beispiel aus der Assi-Sprechstunde anführen: Thema Auslandsstudium. Ich weiß nicht wie oft, aber 20-30 Mal ist es sicherlich schon passiert, dass Studis in die Sprechstunde kamen und ins Ausland gehen wollten. So weit, so gut. Das ist Ihnen allerdings viel zu knapp ein gefallen, um auch nur annähernd alle Unterlagen zusammenzutragen. Beispielsweise kam ein Studi exakt 8 Wochen vorher und meinte noch einen Platz ergattern zu können….. der Zug war definitiv abgefahren.

Das sind einfach Dinge, die muss man mit Vorlauf planen. Der Weg dorthin muss durchdacht und schriftlich festgehalten werden. Wann muss ich welche Voraussetzungen erfüllen, damit ich mein Ziel erreichen kann? Klar lässt sich nicht alles 100% planen…

In nächsten Blogartikel gehen wir mal der Frage nach, wie man sein Ziele findet, festlegt und “verarbeitet” …

Besten Dank. Wir freuen uns auf Eure Kommentare,
Take it easy (das Studium),
Alex

 

Hallo studi,
das ist ein echt interessanter Punkt. Eigentlich sollte man hierüber mal eine Studentenbefragung durchführen. Wer von Euch hat schon mal die Prüfungsordnung gelesen? Ich meine natürlich, *wirklich* gelesen – also nicht nur abgespeichert und/oder überflogen.

Die Prüfungsordnung gibt je nach Studiengang die groben Eckdaten (bspw. Fristen) an. Trotz der vielen Paragraphen, sollte man sie in einer ruhigen Minute (!) mal (quer-)lesen … manchmal tun sich überraschende Optionen auf ;-) .

Besten Dank und Grüße
Alex

 

[...] Zielsetzung ist das Fundament des Studi-Erfolgsplans. Wir näern uns dem Thema Zielsetzung systematisch aus drei verschiedenen Perspektiven: [...]

 

Hey, der nächste Blog ist tatsächlich irgendwo bedeutender :-)

Klar, ich sag meinen Nachhilfeschülern auch immer, verlasst euch nicht auf die Lehrer, sondern hier Lerngruppe, dann geht in die Bib und macht alle Lernhilfen durch, Lernen durch Tun und nicht durch Zuhören etc.

Tatsache ist nunmal, dass Demotivation durch die Lehrstühle zum guten Ton gehört..leider wird in Schulen auch selten “gelernt”: UMSO wichtiger ist sich selbst zu motivieren, und zwar nicht für kleinlichen Unterrichtsstoff, sondern für die einem wichtigen Dinge..dann klappt auch die “Tagesplanung” irgendwann, denn, wer Ziele einmal hat, erreicht sie in der Regel auch! :-) [zumindest meine Hoffnung]

Beispiel: wenn ich es schaffe, die Massentierhaltung abzuschaffen, ist mir das bedeutend wichtiger als ein Studienabschluss – dadurch weiß ich wiederum, wo ich mich auch im Studium mehr reinhängen werde zwecks Synergieeffekten..

Nichtsdestotrotz hab ich jetzt dann dochmal letzte Woche ein Lernseminar besucht und bin jetzt auch schlauer in so Dingen wie Tagesformausnutzen ;-) thanks to you

Also: Danke, cooler Blog !!

 

Besten Dank für Dein Lob zum Blog.

Ich finde es toll, dass Du ein Lernseminar besucht hast und Du Dich auf dem Gebiet verbessern möchtest. Es ist extrem wichtig, dass man sich solche Meta- bzw. Grundfähigkeiten aneignet und ständig verbessert. Schließlich braucht man die auch später im Beruf …. d.h. die Inhalte vom Blog bringen Dich auch später im Berufsleben weiter!

Thema “Tagesform” behandeln wir in den nächsten Wochen. Das ist ein spannendes Thema, bei dem man viiiiiiiel optimieren kann, vor allem in den (heißen) Lernphasen. Du kannst uns ja dann wieder Deine Erfahrungen mailen…

Viel Erfolg und Danke,
Alex

 

Tja, die Dinge können manchmal wirklich simpel erscheinen. Besten Dank für die Erläuterungen :)

 

Ich merke jetzt in diesem Moment dass ich diese Seite wesentlich öfter aufrufen sollte – da komme ich wirklich auf super Ideen …

 

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